Haptische Entwicklungsförderung

Die andere Lernhilfe

Institut für Gesundheitsbildung Ute Vetter

 

 

Handentwicklung ≈ Gehirnentwicklung

 

"Nur Erfahrungen, die unter die Haut gehen, hinterlassen Spuren im Gehirn." (G. Hüther)

 

Gehirnforschung: Emotionen und Lernen

Nur Erfahrungen, die – im Positiven, wie im Negativen – unter die Haut gehen, hinterlassen Spuren im Gehirn. Diese Erkenntnis ist sehr bedeutsam für den Umgang mit sich selbst und mit der Welt, aber sie ist ebenso von enormer Tragweite für Pädagogen und Therapeuten.

Die moderne Gehirnforschung belegt, dass sich das Gehirn so entwickelt, wie es benutzt wird. So ist alles, was wir mit den Händen spielerisch und achtsam tun, dazu geeignet, neue neuronale Verknüpfungen und Bahnungen herzustellen und ist damit Förderung für die emotionale und geistige Intelligenz.

 

Arbeit am Tonfeld® heißt: im Greifen sich selbst begreifen und die eigene Welt entdecken und spielerisch gestalten. Spaß und Freude, aber auch alle anderen Gefühle und Emotionen, haben im Tonfeld einen geschützten Raum und bringen viel in Bewegung.

 

Es ist mir ein wichtiges Anliegen, im Bewusstsein der Erwachsenen (Eltern, Lehrer, Betreuer etc.) die Wertschätzung für freies, spielerisches Tun als primäre Entwicklungsförderung zu verankern. Neben den sicher notwendigen Regularien, auch beim Spielen, sollte das vorsatzlose, experimentierfreudige, entdeckerische Spielen, wie z. B. in der Arbeit am Tonfeld® genügend Raum haben.

Meiner Ansicht nach wird gerade der Wert des Spielens und des Spielerischen Tuns in der Lernhilfe für Schüler und bei der Förderung von Kindern nicht genügend berücksichtigt. Stattdessen wird geplant, das kognitive Lernen für die Kinder immer früher beginnen zu lassen.

 

Die Aufnahmefähigkeit für Lernstoff ist jedoch eng verknüpft mit dem emotionalen Zustand der Kinder. Wenn der emotionale Zustand das Kind beim kognitiven Lernen blockiert, ist es eine ideale Schülerhilfe, die Kinder zunächst spielerisch mit der Arbeit am Tonfeld® emotional zu stabilisieren, dadurch den Stress der Kinder zu mindern und damit eine gute Basis zu schaffen für den Lernstoff und die Hausaufgaben.

 

Emotionale Sicherheit, Anerkennung  und ein Gespür für die Bedürfnisse der Kinder in ihrer aktuellen Situation sind die wirkliche Basis für Lernfähigkeit und für eine gute Entwicklung.

 

Die Befürchtungen der Erwachsenen, die Kinder könnten nicht genug wissen, lernen oder leisten, nimmt ihnen jedoch die emotionale Sicherheit und versagt ihnen die Anerkennung. Hier ist m. E. ein tief greifendes Umdenken notwendig.

Die Art und Weise der inneren Einstellung von Eltern, Erzieher/innen, Lehrer/innen und Therapeut/innen mit der sie den Kindern gegenübertreten, überträgt sich unmittelbar auf das Fühlen der Kinder (vgl. J. Bauer Spiegelneuronen: Warum ich fühle was Du fühlst).

 

Erst das Vertrauen der Erwachsenen in die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder befähigt diese, ein eigenes Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu entfalten.

© Ute Vetter

 

 

Hervorheben möchte ich besonders die Wirksamkeit der Arbeit am Tonfeld® in Fällen, in denen bei Kindern ADS oder ADHS diagnostiziert wurde.

 

Hierzu gibt es eine Studie, deren Ergebnisse in diesem Frühjahr mit Spannung erwartet werden.