Haptische Entwicklungsförderung

Die andere Lernhilfe

Institut für Gesundheitsbildung Ute Vetter

 

 

Das Setting

Das Setting

Auf dem Tisch befindet sich ein flacher Holzkasten, der mit formbarer Tonerde ausgestrichen ist, die die Qualität jeder Berührung und Bewegung der Hände aufnimmt und abbildet. Das Tonfeld, mit seiner räumlichen Begrenzung, seinem Holzrahmen und der geglätteten Oberfläche, ist eine Einladung durch das Tasten, Berühren und Greifen in Beziehung zu treten.

Die "Sprache" in dieser Beziehungsgestaltung übernehmen die Hände in ihrer Bewegung (Haptik). Der Ton ist streichbar, knetbar, formbar, stechbar, werfbar, je nach Bewegungsimpuls und wird qualitativ bestimmt durch die Wahrnehmung dessen, der arbeitet. Daneben steht eine Schale mit Wasser zur Verfügung und kann nach Wunsch und Belieben in die Arbeit mit einbezogen werden.

Es gibt keine direktiven Handlungsanweisungen, nur die Anregung, den Impulsen und Wünschen der Hände zu folgen. In der Regel arbeiten Kinder mit offenen Augen und Erwachsene mit geschlossenen Augen, sofern es ihnen möglich ist.

 

Die Begleitung
Zwei  Menschen sitzen sich gegenüber: Einer, der mit seinen Händen zu dem Tonfeld Beziehung aufnimmt und Einer, der ihn dabei fachkundig begleitet, der mit da ist, der wahrnimmt, bestätigt, unterstützt und dem Arbeitenden hilft, sich in diesem Erleben zu begreifen und sich neu zu orientieren.

 

Das Tonfeld bietet
Begrenzung, Halt, Orientierung, Erfahrung der eigenen Spuren, der eigenen Wirksamkeit, die Möglichkeit, sich etwas herausnehmen zu können, seinen eigenen Platz zu finden, etwas über den Rand hinaus zu setzen, die Erfahrung der eigenen Bedingungen und ihre Wandlung in neue Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Das Tonfeld als "Abenteuerspielplatz"
Das Tonfeld wird dadurch zu einem Lebens- und Handlungsfeld, zu einem Erlebnis- und Beziehungsfeld und vielleicht zu einem Abenteuerspielplatz der Lebensgestaltung. Hier ist es möglich Ferien vom Ich zu machen, für "innere Fitness" zu trainieren oder es sich einfach nur gut gehen zu lassen.

 

© Ute Vetter